24. April 2008

"Movable Type" im New York Times Gebäude

Die altehrwürdige New York Times ist 2007 in einen brandneuen Wolkenkratzer an der Eighth Avenue gezogen, den der bekannte Architekt Renzo Piano entworfen hat. Das war ein großer Schritt für das Blatt. Immerhin hat die Zeitung es so lange in ihrem alten Firmensitz am Times Square ausgehalten, dass der Platz nach ihr benannt wurde. Darüber hinaus ist die Times so etwas wie der intellektuelle Klebstoff der Stadt. Man kommt einfach nicht um sie herum. Bei jeder Dinnerparty beginnt früher oder später unweigerlich ein neuer Gesprächsfaden mit "Did you read in the New York Times the other day...?" Von daher ist man gut beraten, ab und zu mal einen Blick in die Zeitung zu werfen, und bei Gelegenheit vielleicht auch mal den neuen Wolkenkratzer zu begutachten.

Die Kritiken waren zwar erstmal nicht so enthusiastisch. Der New Yorker zum Beispiel schrieb, dass das Gebäude aussähe wie ein mächtiger Bau, der gerade versucht aus einem zu engen Bau auszubrechen. Ich persönlich habe mich mittlerweile mit dem Haus angefreundet, so wie manche Gebäude mit der Zeit eben schöner werden. Wie dem auch sei, das Building ist jedenfalls "grün" - will sagen energiesparend und umweltfreundlich - und die Lobby steht Besuchern rund um die Uhr offen, denn dort kann man sich eine spannende Kunst-Installation ansehen: "Movable Type" von Ben Rubin und Mark Hansen.

Auf 560 kleinen Bildschirme werden permanent Satzfetzen, einzelne Worte, Textbruchstücke eingeblendet, die Movable Type in Echtzeit aus der New York Times Datenbank zieht. "You ask does this apply, and they say maybe" zum Beispiel oder "You can't go into Home Depot and buy cobble stones" oder "You live your life and you feel like a boy". Aus dem Kontext der Zeitung gerissen bekommen die einzelnen Satzfetzen eine orakelhafte Anmutung. Es macht einfach Spaß, hin und her zu laufen, und immer neue Zitate zu entdecken.

Ein Video zu der Installation samt Interviews mit den beiden Künstlern kann man sich hier ansehen.





New York Times
620 Eighth Avenue (zwischen 40th und 41st Street)
Stadtplan
Rund um die Uhr geoeffnet
www.nytimes.com

19. April 2008

Metropolitan Museum

Das Metropolitan ist gigantisch groß. Man muss eigentlich mehrmals hingehen, denn in einem einzigen Besuch sind all die verschiedenen Ausstellungen samt der permanenten Kollektion einfach nicht zu schaffen. Der Schwerpunkt des Metropolitans liegt auf alten Ölschinken, wenn man das mal so sagen darf, aber man sollte sich das durchaus einmal antun. Es hat schon etwas, die alten Meister mal in Natura zu sehen. Die Maltechnik ist wirklich beeindruckend, und manchmal blickt einen unverhofft aus den Tiefen der Zeit - vielleicht aus einem Porträt aus dem 18. Jahrhundert - ein Gesicht an, zu dem man eine unerwartete Verbindung fühlt.

Wenn New Yorker ins Metropolian gehen, zahlen sie so wenig Eintritt wie möglich, nämlich einen oder zwei oder vielleicht maximal fünf Dollar. Denn was die meisten Touristen nicht wissen (und das Metropolitan natürlich auch nicht gerade an die große Glocke hängt) ist nämlich, dass der Eintritt im Metropolitan nach freiem Ermessen bezahlt wird. Auf der Preistafel steht zwar "Adults: $20" aber darunter informiert das Kleingedruckte, dass es sich um eine "suggested donation" handelt, also um eine schlichte Empfehlung. Eine Empfehlung, an die sich nur die Touristen halten, und auch das nur, weil sie es nicht besser wissen. Denn zwanzig Dollar für ein Museum zu bezahlen ist doch irgendwie pervers, aber seitdem das MoMA nach der Renovierung den Eintrittspreis auf sagenhafte $20 angehoben hat, tut plötzlich jedes Museum so, als sei es ganz normal, für einen Museumsbesuch doppelt so viel hinzublättern wie fürs Kino. Also, nicht schüchtern sein, sondern selbstbewusst den Dollar hinlegen und dann tief in die Kunstgeschichte eintauchen...

Empfehlenswert sind die kostenlosen Guided Tours, die täglich angeboten werden. Auf denen erfährt man ein bisschen etwas über die einzelnen Kunstwerke, die dadurch um so interessanter werden. Denn - wie irgendwie alles im Leben - stellt man bald fest, dass Dinge ja um so spannender werden, je mehr man über sie weiß. Doch wem das zuviel Aufwand ist, bietet sich eine andere, attraktive Alternative: Viele Besucher setzen sich auch einfach gerne auf die Stufen vor dem Metropolitan Museum in die Sonne, verdrücken einen Hotdog und brechen dann zu einem Spaziergang im schönen Central Park auf.




Metropolitan Museum
1000 Fifth Avenue (und 82nd Street)
Stadtplan
Dienstag bis Sonntag von 9.30 bis 15.30 Uhr, Freitag und Samstag bis 21 Uhr. Montags geschlossen.
Tel. +1-212-535-7710
www.metmuseum.org
Eintritt: Nach freiem Ermessen

14. April 2008

Gospel-Gottesdienst in der Saint Luke African Methodist Episcopalian Church

Ich hatte lange Zeit eine gewisse Scheu, nach Harlem zu fahren, um mir dort einen Gospel-Gottesdienst anzusehen. Dass ich nicht an Gott glaube, hatte damit etwas zu tun (Ein Bekannter fasste es einmal treffend zusammen: "Religion would be nice"). Und auch das unangenehme Gefühl, dort nicht Teilnehmerin sondern eben Zuschauerin zu sein. Die eindeutige Außenseiterin, für alle klar sichtbar, die Weiße, die Unreligiöse, ein Fremdkörper in einer Art intimer Gruppenerfahrung unserer schwarzen Mitbürger. Die Tatsache, dass sonntags ganze Busladungen mit Touristen durch Harlems Kirchen gekarrt werden, steigerte mein Unwohlsein eher. Wie kommen sich die Menschen dort vor, wenn wir sie so anstarren?

Aber nun war ich endlich einmal dort, und muss zugeben, dass meine Bedenken unangebracht waren. Man begegnet so viel Herzlichkeit und wird mit solch offenen Armen empfangen, dass man eigentlich nur gerührt und leicht verdattert Platz nehmen kann. Und man muss tatsächlich noch nicht einmal religiös sein, um an den Gospel-Gottesdienste in der Saint Luke-Kirche Spaß zu haben. Es wird dort so viel gesungen und im Takt mitgeschwungen, die Arme erhoben und der Kopf mit geschlossenen Augen zurückgelegt, dass man so oder so mitgerissen wird, ob man nun an Gott glaubt oder nicht.

Schon von weitem sieht man die African-American Ladies zur Kirche laufen: Immer prächtig herausgeputzt, mit blitzeblanken Schuhen, das Outfit gerne mit einem extravaganten Hut vervollständigt. Denn es sind in erster Linie schwarze Ladies eines gewissen Alters, die es in Harlems Kirchen lockt. Zum Beginn des Services kommt ein Chor von vielleicht 40 Frauen rein und nimmt rechts und links des Altars Platz. Hymnen, Gospelsongs und Predigten wechseln sich ab, wobei während der Predigten eine Art Call and Answer stattfindet - Reverend Wilson predigt etwas, und erntet sofortiges Feedback von der Gemeinde: Yes! Hallelujah! Jesus!, schallt es ihm entgegen.

Mit der Zeit verfallen einige Besucher in eine Art Trance, singen und tanzen dabei. Es stehen bereits ein paar Schächtelchen mit Taschentüchern griffbereit, denn viele Teilnehmer sind emotional so stark gerührt, dass schon mal das eine oder andere Tränchen fließt. Als ich dort war fragte zum Beispiel der Reverend, "Do we have any survivors here?" und erntete zahlreiche Antworten. Yes! schrie eine junge Frau im Chor, weinte dabei herzzerreißend und hob die Arme verzweifelt gegen Himmel. Da musste ich dann auch schon mal zur Taschentuch-Schachtel greifen.

Gospelgottesdienste sind einfach hundert Mal emotionaler als traditionelle Gottesdienste. Sie werden mit Körper und Herz erfahren und hinterlassen eine kathartische Ruhe, wenn man einige Stunden später nach Hause geht. - Sonntag morgens um zehn geht es los und dauert "as long as the spirit is moving us", aber meistens bis gegen 13 Uhr.




Saint Luke African Methodist Episcopalian Church
1872 Amsterdam Avenue (und 153rd Street)
in Sugar Hill (Harlem)
Sonntags von 10 bis ca. 13 Uhr
www.stlukeamec.org
Tel. +1-212-870-1349
Email stlukeamec (at) aol.com
Stadtplan
Mit dem C, B oder D Train bis 155th Street fahren, oder mit dem No. 1 Train bis 157th Street

3. April 2008

Ausflug: Coney Island

Das berühmt-berüchtigte Viertel Coney Island in Brooklyn wird es bald nicht mehr geben: Ab Oktober 2008 werden Bauarbeiter den maroden Stadtteil plattwalzen und mitsamt des charmanten Retro-Vergnügungsparks Astroland dem Erdboden gleich machen.

Stattdessen soll hier in den nächsten Jahren ein neuer, moderner Rummel entstehen. Grund genug also, sich schnell nochmal in die Subway zu setzen, um ein bisschen in Coney Island und dem benachbarten russischen Viertel Brighton Beach herumzuschlendern, am Boardwalk entlangzulaufen, die salzige Meerluft zu schnuppern und melancholisch auf den weiten Atlantik hinauszusehen. Wenn man tagelang durch die City gelaufen ist und immer nur bis zur nächsten Straßenecke sehen konnte, überrascht einen die plötzliche Weite: Der Blick gleitet frei bis zum Horizont, wo sich das eine oder andere Schiff herumtreibt. Man atmet auf, entspannt sich merklich.

Zugegebenermaßen: Es ist eigentlich kein Wunder, dass Coney Island renoviert werden soll, denn so etwas wie dieses Viertel dürfte es eigentlich gar nicht mehr geben. Man denkt irgendwie automatisch an David Lynchs Film "Elephant Man" und an Jahrmärkte, wie es sie vielleicht vor hundert Jahren noch gab. Retro wird hier groß geschrieben, aber nicht auf eine sorgsam gepflegte museale Art, sondern vielmehr aus schlichter Vernachlässigung: Coney Island war bisher einfach immer so weit ab vom Schuss und brachte so wenig Geld ein, dass sich einfach niemand die Mühe gemacht hat, hier etwas Neues hinzustellen.

Zur Einstimmung empfiehlt sich ein Besuch bei der Freak Show: Feuerschlucker, Schlangenladies und andere "Freaks" stehen hier jeden Samstag und Sonntag von 14 bis 20 Uhr auf der Bühne. Der Eintritt kostet nur $6 und das Programm ist fortlaufend. Man geht einfach rein, wenn man dort ankommt. Wenn die Show vorbei ist, geht sie gleich wieder von vorne los. (Surf Avenue Ecke West Street, Tel. +1-718-372-5159).

Danach lässt sich bei Nathan's gut ein Hotdog verdrücken. Nathan's is legend, denn der Laden beansprucht für sich, der Geburtsort der Hotdogs zu sein. Da widersprechen zwar einige, doch unbestritten ist, dass Nathan's seit 1916 jedes Jahr zum Nationalfeiertag am 4. Juli einen Hotdog Eating Contest veranstaltet, in dem es darum geht, möglichst viele Hotdogs in zwölf Minuten zu verschlingen... Der Rekord liegt zur Zeit immerhin bei unglaublichen 66 Hotdogs.

Dermaßen gestärkt können sich die Mutigen auf die hölzerne Achterbahn Cyclone wagen. Wer leicht anfällig für Rückenschmerzen ist, sollte sich das allerdings vielleicht doch zwei mal überlegen. Aber es ist auf jeden Fall eine wertvolle Erfahrung in Sachen Todesangst...

Stattdessen kann man auch den Boardwalk in Richtung des russischen Viertels Brighton Beach entlangschlendern, also immer gen Osten. Auf dem Boardwalk tragen im Winter die alten russichen Immigranten ihre Pelze zur Schau, spielen Schach, und die Ladies tragen ihren pinken Lippenstift spazieren. Auf dem Weg kann unsereiner wenn man Glück hat sogar den einen oder anderen Schatzsucher beobachten, der mit einem Metalldetektor den Sand des Strandes nach verlorenen Schmuckstücken durchkämmt. Meistens findet er nur Kronkorken, aber ab und zu ist auch mal ein Goldring dabei.. Jeden Sonntag von Oktober bis April trifft sich der Polar Bear-Schwimmclub bei Brighton Beach am Strand und steigt in den eiskalten Atlantik... Auch tendenziell eher was für Liebhaber, würde ich sagen.

Aber wenn man dann auf dem Boardwalk bei den Restaurants "Tatjana" und "Volna" ankommt, weiß man dass man in Brighton Beach ist. Dort kann man in einem der Restaurants auch gleich einen Vodka bestellen, der dann russian style gleich im großen Wasserglas daher kommt... Von kleinen Schnappsgläsern halten sie hier nichts.

Zur Ausnüchterung einen Block weg vom Strand zur Hochbahn hin laufen und dort auf der Haupteinkaufsstraße all die russischen Geschäfte und Schilder bewundern. Obwohl man sich, wenn man sich die Menschen dort ansieht, des Gedankens nicht erwehren kann, dass das russische Essen kann einfach nicht gesund ist: Jeder über 25 sieht irgendwie aufgequollen und fahl aus. Warum das so ist, kann man im Supermarkt "International" herausfinden... die Treppe hoch, und sich im 1. Stock (2nd floor) an einen der kleinen Tische setzen und etwas russischen Essen verkosten - Jede Menge Fisch und Fleisch, Gemüse eher weniger. Es laufen ein paar junge Mädchen in superkurzen, leicht nuttigen Miniröcken herum, denen alte Männer hinterhergeifern - ohne Worte.

Schlußendlich wieder die Stufen zur Hochbahn erklimmen und müde, voller neuer Eindrücke in die Subway steigen... Der Abschluss einer schönen Zeitreise in die Vergangenheit.




Mit dem D, F, N oder Q Train bis zur Station Coney Island oder mit dem B oder Q train bis Brighton Beach, ca. 45 Minuten von Manhattan
Stadtplan
www
Email: info (at) coneyisland.com
Astroland ist vom 16. März bis 3. September 2008 geöffnet. Ein Besuch in Coney Island und Brighton Beach lohnt sich aber das ganze Jahr über.

25. März 2008

Momofuku Ssäm Bar

David Chang wollte eigentlich nur ein schlichtes Nudelsuppen-Restaurant eröffnen. Der Sohn koreanischer Einwanderer war Mitte Zwanzig, hatte schon in ein paar hochkarätigen Restaurants als Sous-Chef Erfahrung gesammelt und dabei einigen talentierten Chefs über die Schulter sehen dürfen. Nun wollte er sein eigenes Ding auf die Beine stellen. Nichts Schickes, nur eine einfache Nudelsuppenküche, ganz unpretentiös. Mit einem Partner im Schlepptau entstand Momofuku Noodle Bar, ein kleines Restaurant auf der First Avenue, das sich auf den ersten Blick nicht großartig von anderen asiatischen Suppenlädchen im East Village absetzt. Das war irgendwann anno dazumal circa 2004. Seitdem kann sich David Chang vor Auszeichnungen und Kunden gar nicht mehr retten. Die Leute rennen ihm die Bude ein und wollen jeden Abend unbedingt noch einen Sitzplatz in einem seiner mittlerweile drei Restaurants ergattern. Auch die Presse überschlägt sich dermaßen, dass man sich manchmal fragt, was der Mann eigentlich verbrochen hat, um permanent in solch hohen Tönen gelobt zu werden. Ein Hype? Vielleicht. Aber nein, wahrscheinlich gilt hier der trifftigste aller Gründe: Einfach gutes Essen.

Im Momofuku Ssäm Bar, Changs zweitem Restaurant, bekommt man leckere koreanische Küche serviert. Als Vorspeise sind die Steamed Pork Buns sehr zu empfehlen: Zwei köstliche kleine Happen Schweinefleisch, mit Gurkenscheibchen und Soße in einen luftigen Pfannkuchen gepackt. Der Geschmack ist schwer zu beschreiben. Nur soviel: Die Würze des Fleischs, die Knackigkeit der Gurken und die softe Teigigkeit des Pfannkuchens verbinden sich im Mund zu einer ganz hervorragenden Mischung... Unvergleichlich.

Überhaupt hat David Chang eine Schwäche für Schweinefleisch, muss man fast schon sagen (und eine gewisse Abneigung allem Vegetarischen gegenüber). Wir suchten auf der Speisekarte vergeblich nach einem Salat, den man sich vielleicht gut als Beilage vorstellen könnte... You came to the wrong place, sagte die Bedienung nur... So ne vegetarischen Ferkeleien servieren sie hier erst gar nicht.

Aber nun gut, jedem das seine, und wenn ich etwas Vegetarisches essen will, kann ich schlussendlich auch woanders hingehen. Für leckeres Schweinefleisch hingegen, oder auch für den koreanischen Barbeque (Marinated Hanger Steak) ist Momofuku Ssäm einfach super.

Koreanischen Barbeque isst man übrigens so: Man nehme ein Salatblatt. Darauf lege man ein Scheibchen Steak, sowie einige angebratene Zwiebeln, etwas würziges Kimchi und ein paar in Öl eingelegte Frühlingszwiebelchen. Die ganze Chose in den Salat rollen, und langsam per Hand gen Gaumen führen... Augen schließen... Etwas weißen Reis nachschieben. Yumm!

Einzigartig charmant ist an Momofuku Ssäm wahrscheinlich die Kombination von highbrow und lowbrow: Neben feinem Grünen-Veltliner-Wein aus Deutschland findet man hier auf der Speisekarte zum Beispiel den Softdrink Dr. Pepper, aber sonst auch keinen anderen Softdrink. Coca Cola oder Fanta oder selbst Orangensaft sucht man vergeblich. Das ist so ein bisschen wie wenn jemand sowohl das Intellektuellenblatt Atlantic Monthly als auch die Promipostille People Magazine aboniert hat - herzerfrischend.

Eine letzte Empfehlung: Zum Abendessen ist Momofuku Ssäm immer restlos ausgebucht. Aber zum Lunch, selbst am Wochenende, lässt sich eigentlich immer ein Plätzchen finden. Genau das Richtige also, wenn einem der Sinn nach einem herzhaften Mittagessen steht.




Momofuku Ssäm Bar
207 Second Ave (Ecke 13th Street)
Tel +1-212-254-3500
Täglich von 11 bis 2 Uhr
www.momofuku.com
Stadtplan

24. März 2008

Magnolia Bakery

Eine kleine Konditorei in einem urigen Eckladen im West Village, in der viele junge Mitarbeiter für nette Stimmung sorgen. Dort kann man die leckersten hausgemachten Torten, Törtchen, Cup Cakes der Stadt kaufen. Unbedingt probieren sollte man den „Banana Pudding“, der von den Mitarbeitern gerne als „the best Panana Pudding you have ever had in your life“ angepriesen wird.

Berühmt geworden ist Magnolia durch „Sex and the City“, worin der Laden schon vorkam. „Magnolia“ ist mittlerweile so begehrt, dass die Schlange zum Anstehen für die süßen Köstlichkeiten sogar bis auf die Straße hinausläuft. Vielleicht ein Grund dafür, warum jetzt in Uptown ein weiterer Laden eröffnet wurde. Warten lohnt sich jedoch immer, der Gaumengenuss ist unvergleichlich - macht jedoch schnell süchtig.

Christa Pfafferott



Magnolia Bakery
401 Bleecker Street (und West 11th Street)
Stadtplan
Tel +1-212-462-2572
www.magnoliabakery.com
Email info (at) magnoliabakery.com

Neu eröffnet in Uptown:
200 Columbus Avenue
Tel +1-212-724-8101

19. März 2008

Kripalu Yoga Retreat

Oooooommmmm........ Yoga tut gut. Ich wusste bis vor kurzem gar nicht, wie gut Yoga tun kann. Aber so ein paar Tage R & R (nein, nicht Rock and Roll, sondern Rest and Retreat) im Kripalu Center in Massachusetts - keine drei Stunden von Manhattan entfernt - haben einen halbwegs neuen Menschen aus mir gemacht... selbst der Verkehrsstau auf dem Rückweg konnte mir nichts anhaben... Steckenbleiben im Lincoln Tunnel? Kein Problem! - Leute, ich sags euch: Geht und praktiziert Yoga! Rettet eure Seelen! (Naja, oder zumindest eure Seelenruhe...). Unglaublich, was so ein paar Tage Ruhe und bewegen und tanzen und gut essen und schlafen aus einem machen können... Es könnte sogar sein, dass der Alltag mich für die nächsten zwei Tage fast überhaupt gar nicht stressen wird.. was für ein Hochgefühl .. so losgelöst.

Nein, aber jetzt mal ganz ehrlich: Kripalu ist ziemlich geil, wenn man ein bisschen auf Yoga steht und vielleicht kein totaler Jünger ist. Als wir ankamen und den Bau auf dem Berg sahen, dachten wir erstmal, auweia, was ist das denn für ein Bootcamp. Aus Backstein gebaut und irgendwie martialisch steht das Gebäude auf dem Hügel. Wie ich später herausfand, haben die Jesuiten es dorthin gestellt, bevor die Yogis es unter Meister Kripalu übernahmen. Das sieht man dem großen Haupt-Yoga-Saal auch an, der distinctly kirchenhaft anmutet... Aber sobald man erstmal durch die Schwingtüren geschritten ist, bekommt man die freundlichen Vibes des Centers mit: Die Zimmer haben keine Schlüssel, und alles ist irgendwie offen, keine festen Regeln. Es gibt Programm - zum Beispiel Y0ga-Unterricht in verschiedenen Schwierigkeitsgraden (gentle, moderate oder vigorous) um 6.30 Uhr (!) und um 16.15 Uhr oder diverse Workshops zu Themen wie Ernährung, Tanzen oder Trommeln - aber man kann auch einfach in die Sauna gehen und danach im Whirlpool rumhängen, wenn dir das lieber ist.

Der Tag fängt früh an im Kripalu, schon um halb sieben gibt es die erste Yoga-Session. Danach trollt man sich in den Speiseraum, in dem Frühstück bereit steht - supergesunde Sachen wie zum Beispiel Tofu-Scramble, Miso-Suppe oder Müsli mit Obst. Überhaupt besteht das Essen aus extrem gesunder Vollwertkost, wahlweise vegetarisch oder nicht-vegetarisch. Aber jede Menge Gemüse und Körner sowie leckere Tees und Säfte sind so ziemlich bei jedem Essen garantiert. Das Frühstück wird übrigens schweigend eingenommen, als eine Art meditativer Einstieg in den Tag.

Die Stimmung ist angenehm unreligiös und tolerant. Niemand geht hier allzu verbohrt und dogmatisch vor, keine verkniffenen Gesichter, stattdessen zurückhaltende Freundlichkeit. Take care of your body, war der Spruch, den wir am meisten zu hören bekamen - sprich: Wenn eine Yoga-Stellung sich nicht gut anfühlt oder wehtut, lass es sein. Hör auf deinen Körper. Er sagt dir alles, was du wissen musst. Es laufen dort auch nicht nur gestählte, sehninge Yogis mit Superbodies herum. Das eine oder andere Moppelchen, das ein paar Pfunde abnehmen will, ist uns auch über den Weg gelaufen.

Ich muss sagen, allein der Gedanke, dass auch gerade in diesem Moment Kripalu weiter auf seinem Hügelchen steht und Menschen dort ein- und ausgehen, entspannt und freundlich, macht mich irgendwie froh... Es ist einfach gut zu wissen, dass ich dort jederzeit wieder hingehen kann. Oooooommmmmm....



Kripalu Yoga Retreat
in den West Berkshires im Bundesstaat Massachusetts
Tel +1- 413-448-3152
www.kripalu.org
Email registration (at) kripalu.org
Landkarte
www.kripalu.org
Öffentliche Verkehrsmittel: Mit dem Greyhound (Peter Pan) von New York Port Authority nach Lennox, MA, für $70 hin und zurück. Von Lennox gibt es für $5 zwei Mal am Tag ein Bus-Shuttle zu dem Retreat. Vorher anrufen und reservieren.
Wegbeschreibung für die Anreise mit dem Auto
Kosten: Um $150 pro Person und Nacht im Doppelzimmer inkl. Essen und Unterricht

14. März 2008

Bluestockings

Bluestockings ist ein Buchladen, bei dem das Bücherkaufen fast zu einer schönen Nebensache wird. Denn hier kann man fair gehandelten Kaffee trinken, vegane Muffins essen, in den kuscheligen Kissen auf der Fensterbank in Büchern schmökern und sich auf der Bank vor dem Laden über die hippen Lower East Sider lustig machen. Zusätzlich stehen fast jeden Abend dicht gedrängt Klappstühle im Laden, die dazu einladen, bei einem feministischen Lesekreis mitzumachen, Buchvorstellungen und Filmvorführungen anschauen oder Aktivisten zuhören, die von ihren politischen Kämpfen berichten.

Darüber hinaus gibt es aber auch über 6000 Bücher, vornehmlich von kleinen, alternativen Verlagen, zu Themen wie Gender und Queer Studies, Feminismus, Black Liberation und Globalisierung. Aber auch Fiction, rare Zines, T-shirts und alternative New York Führer kann man hier kaufen. Und in der hintersten Ecke des Ladens gibt es sogar ein Regal mit alternativen Menstruationsprodukten.

Ihrem Selbstverständnis nach ist Bluestockings ein „radikaler Buchladen“, der nach einer kreativen, basisdemokratischen, gleichen, freien und ökologischen Gesellschaft strebt. Er will einen Raum bieten, der Menschen dazu ermächtigt, diese Gesellschaft zu verwirklichen. So unterstützt der Buchladen aktiv soziale Bewegungen, die im Buchladen einen Ort finden, sich mitzuteilen und auszutauschen. Außerdem bietet Bluestockings Bildungsprogramme an.

Ellen Wesemüller




Bluestockings
172 Allen Street (zwischen Stanton and Rivington)
Stadtplan
Tel. +1-212-777-6028
Mo bis So, 11 bis 23 Uhr
www.bluestockings.com