Nudelsuppen oder auch Ramen werden unter Japanern bekanntlich mit der gleichen Hingabe verzehrt und liebevoll bis ins Detail diskutiert wie Franzosen vielleicht ihren Wein oder Käsesorten kosten und kommentieren. Hat die Brühe - das Herz der Suppe - auch ausreichend Geschmack? Bringt das Schweinefleisch die gewünschte Herzhaftigkeit in die Suppe? In dem japanischen Film "Tampopo" weist ein Kenner einen jungen Mann in die Kunst des Nudelsuppen-Essens ein:
"First, observe the whole bowl."
"Yes sir."
"Appreciate its gestalt. Savor the aromas. Jewels of fat glistening on the surface. Shinachiku roots shining. Seaweed slowly sinking. Spring onions floating. Concentrate on the three pork slices. They play the key role, but stay modestly hidden. First, caress the surface with the chopstick tips."
"To express affection."
"I see."
"Then poke the pork."
"Eat the pork first?"
"No. Just touch it. Caress it with the chopstick tips. Gently pick it up and dip it in the soup on the right of the bowl. What's important here is to apologize to the pork by saying 'See you soon'. Finally start eating, the noodles first."
Dementsprechend war die Eröffnung des Restaurants Ramen Setagaya ein major event in New Yorks japanischer Community. Denn Ramen Setagaya ist an und für sich eine kleine japanische Kette, die mehrere Nudelsuppen-Restaurants in Tokyo betreibt, und jetzt gab es die lang ersehnten Ramen-Suppen eben auch in New York... Tagelang stand ein Pulk von Leuten vor dem kleinen Restaurant und wartete geduldig darauf, endlich einen Platz auf einem der zwanzig Sitzplätze zu ergattern und eine Ramen bestellen zu können.

Ramen Setagaya
141 First Ave (zwischen Saint Mark's und 9th Street)
Tel +1-212-529-2740
Öffnungszeiten: Täglich von 12 bis 15 Uhr und 16.30 bis 23 Uhr
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